15 Jahre Schach – Nachwuchs – in Weida
15 Jahre Schachnachwuchs im Verein von TuS Osterburg – Weida
Begonnen hat es im Jahr 1992. Durch die politische Wende in Deutschland wurden viele Menschen im Osten des wiedervereinten Deutschland arbeitslos. Viele mußten aus ihrem Arbeitsverhältnis von heut auf morgen raus, in Frührente gehen, erhielten Altersübergangsrente. Unter diese Gruppe fiel auch der Verfasser und langjährige Schachfreund, Übungsleiter und Sportler, Ernst Heinemann aus Weida.Diese Zeilen stammen aus seiner Feder.
” Mit fast 60 Jahren zum alten Eisen gehören das wollte ich nicht. Zuhause rumsitzen und Daumen drehen erst recht nicht! Also machte man das, was man schon immer in seiner Freizeit tat – Schach spielen. Dem Schach – Nachwuchs widmete ich meine Aufmerksamkeit, hier sah ich ein neues Betätigungsfeld. Das Spielematerial wie Bretter, Figuren, Formulare, Schachuhren und ein Demonstrationsbrett fand ich im Verein von TuS Osterburg Weida. Ein Demonstrationsbrett macht sich zur Darstellung und Erläuterung gerade bei Schach-Anfängern sehr gut. Räumlichkeiten wurden mir von den Verantwortlichen in Schule und Hort bereitgestellt. Jetzt waren die materiellen Voraussetzungen für einen Neubeginn im Schach-Nachwuchsbereich gegeben. Mit dem Demo-Brett im Auto zog ich von Schule zu Schule und wurde deshalb auch manchmal belächelt, manchmal bestaunt über die Schachbessenheit.Wichtig für den Neustart im Nachwuchsbereich war auch die Tatsache dass für die Kinder und Jugendlichen keine Kosten entstanden. Und so war es nicht verwunderlich dass ein großer Zustrom zu verzeichnen war. Es waren etwa 50-60 Nachwuchsspieler die ein neues Betätigungsfeld in ihrer Freizeit entdeckten. Doch bald folgte die Ernüchterung denn so einfach wie sich das mancher vorstellte war es nun auch nicht. Es fehlte die Bewegung, nur sitzen und nachdenken ist nicht jedermanns Sache.
Der Teilnehmerkreis schrumpfte schnell auf etwa 20 Teilnehmer zusammen und die Übungsnachmittage fanden letztendlich nicht mehr an mehreren Schulen statt. Trotz rückläufiger Beteiligung bildete sich 1992 eine Arbeitsgemeinschaft- Schach, im Weidaer Dörffel-Gymnasium mit heute etwa 10 Teilnehmern. Ein Teil von damals wurde Mitglied im hiesigen Sportverein, dem TuS Osterburg Weida. Nach 2 Jahren fleißigen übens wo man lernte, wie man eine Partie eröffnet, wie die Figuren ziehen, was man unter Materialvorteil versteht, wie man eine Figur fesselt, was Abzugsschach oder Dauerschach ist usw. wollte man mehr. Mit diesen Wissen entstand bald der Wunsch sich mit anderen Schachfreunden zu messen. Ab 1995 nahm eine Mannschaft von TuS Osterburg Weida am Schachgeschehen von Kreis- und Bezirk teil. Am Ende des Spieljahres war für viele der Spieler das Abschneiden enttäuschend und manch einer dachte daran das Schachspielen an den Nagel zu hängen. Im Folgejahr wurde ein neuer Versuch gestartet und diesmal mit Erfolg! In der Mannschaftsmeisterschaft im Bezirk in der Altersklasse bis 16 Jahre wurde bei 12 teilnehmenden Mannschaften ein Platz in der oberen Tabellenhälfte belegt. Dies spornte an. In den Jahren danach kletterte man in der Jahresabschlußtabelle immer weiter nach oben. Im Spieljahr 1997/1998 wurde sogar in diesem Wettbwerb der 2. Platz erreicht. Auch bei Einzellwettbewerben wurden beachtliche Ergebnisse erzielt.Die Arbeit und Mühe des Übungsleiters trug die ersten Früchte. Selbst der Landestrainer des Thüringer Schachbundes in Erfurt wurde aufmerksam und interessierte sich immer öfters für die gelungene Nachwuchsarbeit in Weida.
Nachstehend einige erzielte Erfolge:
1997-die Mädchen in der Altersklasse unter 15 Jahre werden Thüringer Meister und vertreten das Land Thüringen beim Bundesfinale in Sögel (NS), am Ende erreicht man den Platz 8 von 19 teilnehmenden Mannschaften.
1998-als zweitplatzierte bei der Thüringer Schulschachmeisterschaft von Thüringen nimmt eine Mädchenmannschaft vom Dörffel-Gymnasium Weida am Bundesfinale in Stade (NS) teil. L.und K. Scheubert, K.und J. Schwarz;– Lena Scheubert wird Thüringen Meister in der Altersklasse unter 15 Jahre, ihre Schwester Kerstin Scheubert belegt den 2. Platz!
1999-bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft unter 20 Jahre belegt die Mädchenmannschaft vom TuS Osterburg Weida als Thüringen Meister in Greifswald unter 13 teilnehmenden Mannschaften den 8. Platz ( J. Herzog als Gast, U. Espig, L.und K. Scheubert, S. Riemer ).
2001-R. Schumann wird Sieger im B-Turnier beim Internationalen Sparkassenturnier in Erfurt,- ein jährlich ausgetragenes Turnier das in Deutschland von der Größe her seinesgleichen sucht! – insgesamt waren 93 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Polen und Ungarn am Start.
Von 1996 bis zum Jahr 2000 bestanden freundschaftliche Beziehungen zu einer Schachjugendgruppe von Mésto Touskow´; einem Vorort von Pilsen/CR. Es kam zu Vergleichen mit Hin-und Rückspiel, die einmal im Jahr ausgetragen wurden. Im gegenseitigen Einverständnis finden diese Treffen nicht mehr statt. Wie vieles im Leben ist es schwierig eine begonnene Sache über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.
So ging es auch Ende der 90er Jahre mit dem Schachnachwuchs allmählich rückwärts. An Mannschaftswettbewerben auf Bezirksebene wurde nicht teilgenommen, dazu fehlte die Bereitschaft. Ab und zu beteiligte man sich noch an Einzelturnieren. Die meisten Jugendlichen sind aus dem Verein ausgetreten oder haben aufgrund von Beruf und Studium der Stadt Weida den Rücken kehren müssen. Zur Zeit besteht nur noch eine kleine Arbeitsgemeinschaft-Schach am Dörffel-Gymnasium.
Der Übungsleiter ist in die Jahre gekommen, ein Anderer noch nicht in Sicht. Mit der Zuversicht, dass es auch im Weidaer Schach weitergeht möchte ich meinen Rückblick beenden. Es sei mir erlaubt an dieser Stelle meiner Ehefrau recht herzlich für Ihre lebenslange Unterstützung und Ihr Verständnis zu danken”.
Schachfieber
- Springer am Rande bringt Kummer und Schande,
- wir sind schon eine kleine Rasselbande.
- Den letzten Nerv raubt uns der rückständige Bauer,
- er sit auf dem brett meist nicht von langer Dauer.
- Schach ist nicht gerade das leichteste Spiel,
- besonders dumm, wenn eine Uhr die Zeit dabei misst.
- Viertelstunden sind uns ein Graus,
- kaum das man beginnt, ist das Spiel wieder aus.
- Und gerade dann beim Blitz,
- hält es niemand auf dem Sitz.
- Da krachen die Uhren, da rennt die Zeit,die Züge sind überhaupt nicht gescheit.
- Das sind aber nur Ausnahmen,die meisten Züge bleiben im Rahmen.
- Bei richtigen Turnieren möchte doch keiner Verlieren.
- Der Übungsleiter hat es mit uns nicht leicht,
- denn keiner von uns ist auf das Bravsein geeicht.
- Wir möchten uns ganz herzlich bedanken,
- das Schach ist für uns nun ein Spiel ohne Schranken.
Diese Zeilen an ihren Übungsleiter Ernst Heinemann schrieb Lena Scheubert (damals 16 Jahre)












